Unsozial!!

Bisher kamen uns vorwiegend interessierte, praktizierende und alle Varianten von Unschooler-Familien aus der Schweiz und aus Deutschland besuchen. Heute war es eine Familie aus Australien, welche zur Zeit in einer ganz anderen Ecke der Schweiz wohnt als wir und uns im Internet gefunden hat! Für uns Eltern und auch unsere Kinder sind solche Kontakte jeweils wohltuend und erfrischend, vor allem wenn es so gut passt wie heute! Es war eindrücklich zu erleben, wie es auf der anderen Seite der Erdkugel eine Familie mit ebenfalls drei Kindern gibt, welche nicht nur zum Thema Unschooling sehr kompatibel zu uns ist. Die Kinder, die sich anfangs noch ein wenig beschnupperten, waren bald in intensives Spielen vertieft und verbrachten einige harmonische Stunden miteinander. Eigentlich müsste das jetzt verwundern, denn Unschooler sollen ja angeblich unsozial sein!?! Wenn man unter unsozial versteht, dass die Kinder neue Beziehungen eingehen, eigene und liebgewonnene Dinge teilen, aufeinander eingehen, miteinander austauschen, zusammen Rollenspiele erfinden und wenn die Kinder miteinander vor Freude sprotzen, ja dann sind all diese Unschooling-Kinder unsozial!

Die Bedingungen in Australien für Bildung Zuhause sind ähnlich wie in der Schweiz – je nach Bundesstaat von ganz unkompliziert bis kontrolliert! So findet sich hier die kleine Welt der Schweizer Kantone in der grossen Welt von downunder wieder! Auch dort gibt es viel mehr Homeschooler als Unschooler. Die Unschooler werden dort in zwei Gruppen unterteilt: In ‘radical unschooler’, welche gar keine Grenzen setzen und in ‘natural learners’, welche sinnvolle Grenzen setzen.  Unsere Kinder stellen nun natürlich viele Fragen zu Australien, besuchen ihren Wohnort virtuell via ‘Google Earth’, finden es faszinierend, dass es bei uns kalt ist und Schnee hat und dort Sommer und 40° heiss ist, bei uns Tag und bei ihnen Nacht, usw. Ein neues Lernfeld hat sich bereits geöffnet. . . . . . .

Übrigens: Kennt jemand den Unterschied zwischen unsozial und asozial? Meinen diejenigen, welche die Sozialisierung als Kritik gegen Bildung zu Hause angeben, Asozialität oder meinen sie soziales Handeln? Wir glauben, dass die Wenigsten den Unterschied wirklich kennen.

By |2009-02-12T22:00:00+01:0012. Februar 2009|Geografie, Sozialisation, Unschooling|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Anonymous 10. Februar 2010 um 08:07 Uhr - Antworten

    Naja, ob das alles so richtig ist..

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Unschooling

....... ist ein vom Kind geleitetes Lernen im normalen Wohn- und Lebensumfeld der Kinder, zusammen mit ihren Eltern oder nächsten Bezugspersonen ohne jeglichen Versuch die traditionelle Schule und ihre Lehrpläne nachzuahmen. Es gibt daher keinen geplanten Unterricht oder bestimmte Zeiten am Tag, für die schulähnliche Aktivitäten vorgeschrieben sind. Themen werden behandelt, wenn das Interesse des Kindes es verlangt. Die Eltern - oder die Personen, mit denen das Kind zusammenlebt – sind weniger Lehrer als Unterstützer und Begleiter der Lebens- und Lernprozesse.

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